Entotsu | Hauptstraße

Eines der "Wesen" in der nächtlichen Heidelberger Hauptstraße. (Videostill)

Eines der „Wesen“ in der nächtlichen Heidelberger Hauptstraße. (Videostill)

Mit Steffi Bittner in der Heidelberger Hauptstraße gedreht, der Einkaufs-Fußgängerzone in der Altstadt. Nach 20 Uhr, wenn alle Geschäfte und die meisten Cafès geschlossen haben.

Steffi Hügler beim Dreh in der nächtlichen "Einkaufsmeile" Heidelbergs. (Videostill)

Steffi Bittner beim Dreh in der nächtlichen „Einkaufsmeile“ Heidelbergs. (Videostill)

Nachts in der Heidelberger "Hauptstraße", einer Fußgängerzone zum Einkaufen. (Videostill)

Konstruktion und Diffusion. (Videostill)

Parallel zu den Januar-Szenen mit Steffi wurden schon im Dezember erste Aufnahmen der Schaufensterpuppen gemacht, von denen sich „die Frau“ beobachtet fühlt. Anders als während der Serie „Lomo heidelbergensis„, die ich 2005 bis 2007 in der Hauptstraße fotografierte, haben in dieser Saison die Kleiderpuppen oftmals kein Gesicht.

Blick - Nichtblick. (Videostill)

Blick – Nichtblick. (Videostill)

Entotsu | Mühltal

Das Schiff - wird es sinken? "Clown 2" in nachdenklicher Stimmung. Videostill

Das Schiff – wird es sinken? „Clown 2“ in nachdenklicher Stimmung. Videostill

Ein Nebeltag im Wald oberhalb von Handschuhsheim. Sarah und ich drehen Szenen für die Episode „Wald“. Wir haben einen grob gefügten Unterstand entdeckt, der mich an die Bilder von der im Eis zerdrückten „Endurance“ der Shakleton-Expedition erinnert. Der Clown hisst an Bord seine Fahne. Es ist ein Stück weißer Stoff mit einem kreisrunden Loch in der Mitte, durch das der Clown seinen Kopf stecken kann.

Erschöpfung, Schlaf, Traum. Sarah Herr in der Entotsu-Episode "Wald". Videostill

Erschöpfung, Schlaf, Traum. Videostill

Sarah Herr als "Clown 2" in der Episode "Wald". Videostill

Sarah Herr als „Clown 2“ in der Entotsu-Episode „Wald“. Videostill

Entotsu | Beachballfeld I

Nachgereicht hier ein paar Impressionen vom Dreh des zweiten Teils der Episode „Neckarwiese“, bei noch sommerlichen Temperaturen bereits im letzten Jahr realisiert. In diesem Part haben wir das Stück „Quad“ von Samuel Beckett auf dem Beachballfeld der Heidelberger Neckarwiese nachgestellt – erweitert um die Figur des „Clown 2“, der sich mit den vier Spielfiguren des Beckett-Stücks beschäftigt.

Sarah Herr als „Clown 1“ in Interaktion mit Sarah Werner, eine der vier Quadranten. Foto: Christine Frei

Sarah Herr als „Clown 2“ in Interaktion mit Sarah Werner, eine der vier Quadranten. Foto: Christine Frei

„Quad“ in Aktion zu Füßen des Koso Entotsu: Marie Teloo, Kai Sauter, Sarah Werner, Aurel Lafendt (von links). Foto: Christine Frei

„Quad“ in Aktion zu Füßen des Koso Entotsu: Marie Teloo, Kai Sauter, Sarah Werner, Aurel Lafendt (von links). Foto: Christine Frei

Kameramann und Darsteller (Kai Sauter) in vollem Einsatz. Die Ausrüstung hat es überstanden. Foto: Christine Frei

Kameramann und Darsteller (Kai Sauter) in vollem Einsatz. Die Ausrüstung hat es überstanden. Foto: Christine Frei

Entotsu | Wald I

Am 10. Januar (Vollmond!) ein erster Anlauf für den Dreh der Hauptszene aus der Episode „Wald“. Zentraler Platz der Episode ist ein Aussichtsplatz oberhalb von Heidelberg – mit gutem Blick auf die Kernstadt, mittendrin der Kôsô Entotsu. Doch kaum am Drehort angekommen, begann es zu regnen. Also Abbruch, Abstieg vom Berg. Und bald wieder hinauf.

Beim Dreh zur Episode "Wald", oberhalb von Heidelberg. Foto: Christine Hausotter

Beim Dreh zur Episode „Wald“, oberhalb von Heidelberg. Foto: Christine Hausotter

Aufnahmen mit "Clown 1" (Max Geiger) im Wald oberhalb von Heidelberg. Foto: Christine Hausotter

Aufnahmen mit „Clown 1“ (Max Geiger) im Wald oberhalb von Heidelberg. Foto: Christine Hausotter

Entotsu | Eisbahn

Peter Gutsche (N.) und Max Geiger (Clown 1)

Peter Gutsche (N.) und Max Geiger (Clown 1) – Videostill

Auf dem Heidelberger Karlsplatz steht aus der Weihnachtszeit noch die Eisbahn. An einem Nachmittag dort gedreht, unter reger Anteilnahme der eislaufenden Heidelberger Jugend: „Was macht Ihr da?“ – „Was für ein Film wird das?“ – „Der Clown sieht richtig unheimlich aus, cool!“ Viele Infokärtchen verteilt, auf dass sich die Kids hier im Blog informieren könn(t)en.

Entotsu | Spiel

Im Entotsu-Projekt gibt es vier „Spielfiguren“, mit denen die sieben Episoden (Ansichten) in Szene gesetzt werden. Nicht jede Figur taucht in jeder Episode auf. Durch die Kontinuität der Figuren und ein Geflecht wiederkehrender Themen hängen die Episoden inhaltlich zusammen. Die Spielerinnen und Spieler:

Frau (Steffi Bittner)

Clown 1 (Max Geiger)

Clown 2 (Sarah Herr)

Clown 2 (Sarah Herr)

N. (Peter Gutsche)

Entotsu | Die sieben Ansichten im Stadtbild

Der Kôsô Entotsu ist von Orten in Heidelberg aus sichtbar: nah und groß, wenn man aus dem Hauptbahnhof tritt, klein und leicht zu übersehen, wenn man ihn zum Beispiel von der Aussichtsplattform des Heidelberger Schlosses aus im Ortsbild sucht. Die sieben Ansichten des Entotsu-Projekts verteilen sich wie hier skizziert:

Position des Kôsô Entotsu im Stadtplan (gelb) und die Orte der sieben Ansichten (blau)

Einige der Ansichten sind „dynamisch“ konzipiert, können variierende Blicke auf den Schornstein enthalten. So etwa bei der Episode „Neckarwiese“, die mit Ansichten über eine Flusslänge von ca. 500 m arbeitet. Daneben gibt es in jeder Episode assoziatives und begleitendes Material von anderen Orten, aus anderen Zeiten …

Entotsu | Das Video-Konzept entsteht

2018 fand ich zu einem Konzept, das alle verworfenen Zugänge in sich vereinigte. Es sollte eine visuelle Komponente haben wie der Foto-Ansatz, gleichzeitig sollten aber die Bildinhalte gestaltbar sein, und auch Text und Musik sollten eine wichtige Rolle spielen: Das Video-Projekt war geboren.

Der Kôsô Entotsu vom Heidelberger Schloss aus gesehen. Foto: P. Bösselmann

Der Kôsô Entotsu, vom Heidelberger Schloss aus gesehen

Jetzt passte alles zusammen. Aus den statischen Ansichten des Fotokonzepts sollten Kurzfilme werden, dich sich jeweils auf eine Hauptansicht des Schornsteins beziehen, sich an den ausgewählten Orten aber frei bewegen und auch „ortsfremdes“ Videomaterial einbeziehen können. Aus den „Szenen des Alltags“ wurden surreale Spielszenen, die sich in der Alltäglichkeit der gewählten Orte ereignen. Dies alles als Stummfilm mit Off-Texten und Musik-Begleitung. Die Anzahl der „Ansichten“ (oder „Episoden“) wurde für dieses dynamische Konzept von 36 auf sieben reduziert. Der passende Titel war schnell gefunden:

Sieben Ansichten des Kôsô Entotsu
Ein Heidelberg/Hokusai-Projekt

Aus dem Heidelberger Fuji-Pendant wurde der „Kôsô Entotsu“, was im Japanischen so viel bedeutet wie „hoch aufragender Schornstein“.

entotsu_japanisch_web

Entotsu | Neue Ansätze

2017 beschloss ich, einen neuen Anlauf zur Realisierung des Hokusai-Projekts zu unternehmen. Zunächst wollte ich eine Art Graphic Novel entwickeln, bei der ich die „Szenen des Alltags“ im Vordergrund der Schornstein-Ansichten in allen Details selbst hätte bestimmen können. Doch die Entwicklung einer Graphic Novel hätte mich wohl ein oder zwei Jahre fast vollständig gebunden und keinen Raum mehr für andere Projekte gelassen. So wurde aus dem Comic- ein Text-Projekt: nicht zeichnen sondern schreiben. Das mutierte zu einem Text-/Musik-Konzept, also eine Art Song-Sammlung zu den Schornstein-Ansichten. Doch alles blieb Plan.

Entotsu | Heidelberg und Hokusai

Schon vor Jahren entstand die Idee, in Heidelberg ein Foto-Projekt zu realisieren, das einen ähnlichen Ansatz verfolgen sollte wie Hokusai mit seiner Holzschnitt-Serie. Mein „Fuji“ sollte der Kraftwerks-Schornstein sein, der in der Nähe des Heidelberger Hauptbahnhofs steht.
Charakteristisch bemalt und von vielen Stellen innerhalb Heidelbergs sichtbar.:

Der Kraftwerk-Schornstein, vom Heidelberger Bahnhof aus gesehen

Der Kraftwerk-Schornstein, vom Heidelberger Bahnhof aus gesehen

Die Aufgabe war: 36 Orte in Heidelberg finden, von denen aus der Schornstein in interessanten Kompositionen zu sehen ist. An diesen Orten „Bilder der fließenden Welt“ Heidelbergs fotografisch festhalten. Jedoch: Nach Monaten immer neuer Expeditionen zu den fotografischen Orten war es mir lediglich gelungen, ein im Sinne der Aufgabe gültiges Bild zu machen:

Erste Versuche im Schornstein-Projekt, 2015. Foto: P. Bösselmann

Ein gültiger Versuch im Foto-Konzept, 2015

Ich hätte Monate, wenn nicht Jahre Stunde um Stunde an den ausgewählten Orten (der Schornstein im Hintergrund) auf der Lauer liegen müssen, um genau den Moment im Foto festzuhalten, in dem sich vorn eine wohlkomponierte, interessante Szene aus dem alltäglichen Leben abspielt. Irgendwann gab ich es auf und stufte das Vorhaben vom Projekt- auf den Idee-Status zurück.